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iRobot Roomba 770
(Bild: iRobot)

Achtung: iRobot filmt Ihr Zuhause und lädt es in die Cloud

Was als smartes Feature geplant ist, schockiert Datenschützer: Collin Angle, CEO des Roboterherstellers iRobot plant ein System zur Kartografierung Ihres Zuhauses. Staubsauger-Roboter sollen mit einer Kamera ausgestattet werden und die Aufnahmen in die Cloud laden.

Der iRobot Roomba ist weltweit bekannt. Höchstwahrscheinlich kennen auch Sie den kleinen runden Staubsauger, der sich vollautomatisch seinen Weg bahnt und Ihr Zuhause nach Kräften von Schmutz befreit. Der nächste Schritt von iRobot kommt allerdings eher düster daher: Zukünftig sollen Kameras in die Staubsauger integriert werden, um Ihre vier Wände noch besser kennenzulernen. Der Unterschied zwischen per Sensor erkanntem Hindernis und mittels einer Kamera gefilmten Umgebung ist erheblich: Das Gerät erkennt dann nicht mehr nur, dass etwas im Weg steht, sonder auch was im Weg steht und wie die komplette Umgebung aussieht.

iRobot möchte damit keine neue Dekorations-Ideen sammeln, sondern Ihr Zuhause auswerten, um Ihr Smart Home Erlebnis zu maximieren. Es geht um die Lösung eines einfachen Problems: Bislang ist Ihr Zuhause keineswegs smart. Auch nicht, wenn Sie es von oben bis unten mit smarter Technik ausgerüstet haben. Zumindest wenn es nach Collin Angle geht. Ihr wirklich smartes Zuhause soll nämlich Ihre Routinen erkennen. Und zwar anhand Ihrer Inneneinrichtung. Aus dem einfachen Hindernis wird so zum Beispiel ein Tischchen für Ihren Haustürschlüssel (falls Sie noch kein smartes Türschloss verwenden), das nächste Hindernis ist vielleicht der Fernseher und ein anderes Ihr Kühlschrank. Durch die Videoaufnahmen kann ein Smart Home System der Zukunft erkennen, was Sie wann, wo und in welcher Reihenfolge tun und Ihnen entsprechend assistieren. Zum Beispiel automatisch die Tagesschau einschalten oder das Bad vorheizen. Dazu werden Ihre Aufnahmen natürlich zunächst in die Cloud hochgeladen und ausgewertet.

Und dort liegt für Datenschützer der Hase im Pfeffer.

Die Cloud wird als prinzipiell unsicher angesehen. Hätten Sie es gerne, dass Ihr privatester Bereich irgendwo im Internet liegt – komplett analysiert und kartografiert? Eine gewisse Grundangst schwingt bei sensiblen Daten im Internet wohl spätestens seit dem NSA-Skandal mit. Außerdem stellt sich für Kritiker die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Agieren wir tatsächlich ausschließlich nach vorhersehbaren Mustern? Und wollen wir uns am Ende von der Technik noch vorschreiben lassen, wo wir hinsehen sollen?

Weitere Infos zum Thema finden Sie zum Beispiel im englischen Kommentar des Netzaktivisten Cory Doctorow

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