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KogniHome: Wenn das Zuhause mitdenken kann

Smart Home ist weit mehr als eine komfortbringende Spielerei. Das wird besonders beim Projekt KogniHome deutlich. Denn in der Forschungswohnung arbeitet selbstlernende Technik, die Senioren und Menschen mit Behinderung das Leben in den eigenen vier Wänden erleichtern soll.

KogniHome – unter der Leitung von CITEC der Uni Bielefeld

CITEC steht für „Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie“. Und KogniHome soll tatsächlich exzellent werden. Denn anstatt bloß zu automatisieren, soll die Wohnung in ihrer finalen Form selbst mitdenken können. Aber sehen Sie selbst:

Die drei Teilprojekte im Überblick

Eingangsbereich

Der Eingangsbereich einer Wohnung ist üblicherweise auch ihr Ausgangsbereich. Und genau darum geht es in erster Linie beim Eingangsbereich von KogniHome. Ein weiterentwickelter Magic Mirror hängt an der Garderobe. Er zeigt Termine an und unterhält sich mit Bewohnern. Er sagt zwar nicht, wer die Schönste im Land ist, aber dafür kann er sicherstellen, dass beim Verlassen der Wohnung alle Fenster geschlossen sind. Und er informiert auch über das Wetter. Aber nicht einfach so, sondern mit persönlichem Mehrwert. Wenn es zum Beispiel stark regnet, Sie einen Termin in der Stadt haben und sich zur Abfahrtszeit im Bademantel vor den Spiegel stellen, dann kann Sie der Spiegel helfen. Er sagt Ihnen einfach, dass Sie Gummistiefel brauchen – oder einen Regenmantel oder einen Regenschirm. Und die bekommen Sie aus der intelligenten Ankleide, die Ihnen alles sofort anreicht.

Die Haustür erinnert Sie daran, dass Sie Ihren Schlüssel vergessen haben. Und sie verfügt über eine Anlieferklappe, durch die Sie Pakete oder Lebensmittel empfangen können – auch wenn Sie selbst nicht zuhause sind.

Küche

Oma sagt: Die meisten Unfälle passieren zuhause. Und besonders die Küche liefert reichlich Zündstoff, um diese Weisheit zu untermauern. Im KogniHome arbeitet deshalb ein smarter Rezeptspurhalteassistent. So kommt es erst gar nicht zu einer ausgiebigen Küchenschlacht, sondern zu Friede, Freude und so manch einem Eierkuchen. Damit auf Anhieb alles klappt, sind sämtliche Elemente vernetzt. Und selbst die Arbeitsplatte lässt sich hoch- und herunterfahren. Sie wollen etwas kochen? Dann führt Sie der Assistent wirklich Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess. Das bedeutet: Wenn Sie einen Schneebesen benötigen, öffnet sich das entsprechende Fach selbstständig. Umrühren? Dabei zählt der Assistent die Zeit runter und sagt Ihnen, dass Sie eine Acht rühren sollen, weil sich dadurch alle Zutaten optimal vermischen.

Personal Trainer

Wer rastet, der rostet. Also wartet im Wohnzimmer der Personal Trainer, der den Bewohnern bedarfsgerecht Dampf macht. Mit Yoga und Gymnastik zum Beispiel. Oder mit allgemeinen Tipps zur Körperhaltung. Denn es gibt auch Feedback – und zwar ziemlich detailliert. Das ist auch wichtig, schließlich müssen die Übungen auch korrekt durchgeführt werden. Aber: Das System soll auch den Gemütszustand des Bewohners und seine aktuelle Tätigkeit berücksichtigen. Wer möchte schließlich am frühen Montagmorgen auf seine nicht ganz aufrechte Haltung angesprochen werden?

Und der Trainer macht bei Haltung und Bewegung noch längst nicht Schluss. Bemerkt er etwa, dass Sie sich nur wenig bewegen, dann setzt er sie einfach auf Diät. „Kalorienarme Ernährung bei Bewegungsmangel für die Erhaltung“ heißt das von offizieller Seite. Das Eis zum Filmabend können Sie dann wahrscheinlich knicken.

Möchten Sie mehr über KogniHome, den aktuellen Forschungsstand und alle beteiligten Partner erfahren? Besuchen Sie die Projektseite auf www.kogni-home.de.

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Gerrit Schwerz

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