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Smart Home Durchbruch

Smart Home Durchbruch: Wie intelligente Technik massentauglich werden kann

Trotz Wachstum ist noch längst kein echter Smart Home Durchbruch auf den Massenmarkt zu erkennen. Woran das liegt und was die Branche tun kann, wurde bei der Verleihung der SmartHome Deutschland Awards erörtert.

Den Durchbruch zum Breitenmarkt gestalten – wie wird Smart Home massentauglich?

Es ist die zentrale Frage der Branche: Wann gelingt der Smart Home Durchbruch auf dem Breitenmarkt? Und genauso vielschichtig wie der Markt an sich waren natürlich auch die Antworten. Auf dem Podium hatten vier Teilnehmer Platz genommen:

Heinz Lux (CEO und Sprecher der KNX Association International)

Helmut Kakakis (Vice President Business Development / Sales bei Arvato)

Oliver Blumberg (Chefredakteur Markt Intern)

Amanuel Dag (Country Manager – DACH Region bei Context)

Gemeinsam mit Moderatorin Kerstin Stromberg-Mallmann gingen sie dieser Frage in einer einstündigen Diskussion auf den Grund. Wir fassen die Impulse der Runde zusammen. Wenn Sie sich das Gespräch in voller Länge anschauen möchten, dann drücken Sie einfach auf Play:
(Der Ton ist besser als das Bild)

Warum der Smart Home Durchbruch noch nicht längst erfolgt ist

Woran es liegt, dass etablierte Smart Home Systeme noch nicht flächendeckend im Einsatz sind, hat mehrere Gründe.

Unter anderem die zahlreichen unterschiedlichen Standards. Verschiedene Geräte kommen nicht miteinander klar. Das Ergebnis: Insellösungen.
Beispiel: Sie möchten smarte Beleuchtung und kaufen sich ein entsprechendes System. Dazu installieren Sie die Hersteller-App und freuen sich. Als nächstes möchten Sie Sicherheitskameras aufstellen, damit Sie aus dem Urlaub einen Blick in Ihr Zuhause werfen können. Dann kaufen Sie sich smarte Kameras, installieren die nächste App und freuen sich erneut. Doch die Kameras können mit der Beleuchtung nichts anfangen, geschweige denn sie steuern. Also das Licht einschalten, wenn eine Bewegung erkannt wird. Dazu müssten Sie wohl einen Umweg gehen, zum Beispiel per Automatisierungsdienst IFTTT, der diese Komponenten miteinander verbindet. Kurz gesagt: Viel zu kompliziert für Endverbraucher, die sich mit der technischen Seite nicht auseinandersetzen möchten.

Genau daraus resultieren auch gewisse Kommunikationsprobleme. Denn die etablierten Hersteller werben oft mit ihrer grandiosen Technologie. Doch der Endverbraucher interessiert sich hauptsächlich dafür, seine eigenen Probleme zu lösen und das Leben in den eigenen vier Wänden angenehmer zu gestalten. In diesem Zusammenhang fällt auch oft der Begriff Emotionalisierung. Der Smart Home Durchbruch könne nur gelingen, wenn Endverbraucher über den gebotenen Mehrwert angesprochen werden.

Bedenken auf Nutzerseite gebe es lediglich beim Datenschutz. „Klar haben wir heute WhatsApp – und das interessiert niemanden. Sobald es aber darum geht, ins Haus zu blicken und blicken zu lassen über das Internet, wählt man lieber die geschlossene Insel“, bringt Heinz Lux eine der aus seiner Sicht größten Barrieren für Smart Home auf den Punkt.

Wer es richtig macht und die Branche schon heute vorantreibt

Bei der Distribution gibt es einige Vorbilder. Logischerweise sind das diejenigen Player, die mittlerweile am bekanntesten sind. Dazu gehören Tech-Giganten wie Amazon, Google und Apple. Mit Alexa, HomeKit und demnächst auch Google Home hat die US-Konkurrenz marketingtechnisches Talent bewiesen. Davon könne man sich in Deutschland eine dicke Scheibe abschneiden.

Allerdings seien Alexa, HomeKit und Co. nicht als direkte Konkurrenz für die etablierten Smart Home Systeme zu betrachten. Vielmehr bewerben sie nicht nur sich selbst, sondern auch die gesamte Thematik. Und helfen damit der gesamten Branche. Das könnte den Smart Home Durchbruch beschleunigen. Plus: Ohne die bestehende Technologie der Etablierten würden die Assistenten nichts haben, das sie steuern könnten.

Wie kann der Smart Home Durchbruch denn nun gelingen?

Der Endkunde müsse ein Stück weit an die Hand genommen werden. In erster Linie gehe es nunmal darum, Probleme zu lösen. Dazu muss der Endkunde jedoch erst einmal zwei Dinge erkennen: 1. Er hat ein Problem. 2. Es gibt eine smarte Lösung für sein Problem. Als gutes Vergleichs-Beispiel kamen Automobilhersteller und Autovermietungen ins Spiel: Wer sich an die Ausstattungsmerkmale eines Mietwagens gewöhnt, möchte sie oftmals auch in seinem nächsten eigenen Auto vorfinden. Ein erstklassiges Marketing-Instrument der Automobilbranche sozusagen. Analog könnten Hotelzimmer mit intelligenter Haustechnik ausgestattet werden, damit Verbraucher den Nutzen spüren und selbst erleben können.

Andererseits sollten auch Handwerker und Wohnungswirtschaft stärkeren Fokus auf die Integration von Smart Home legen. Schließlich komme man als technisch nicht so versierter Anwender schnell an seine Grenzen, wenn es um die Installation etwas komplexerer Systeme gehe. Hier können Kunden abgeholt werden. Durch informierte Ansprechpartner, die aus dem vielschichtigen Wirrwarr an smarten Komponenten ein bedarfsgerechtes Smart Home System zaubern, und durch engagierte Handwerker, die smarte Lösungen optimal integrieren.

Das waren die aus unserer Sicht wichtigsten Eckpunkte aus der Podiumsdiskussion der SmartHome Deutschland Awards 2017. Wir sind gespannt, wie sich die Hersteller und Anbieter in Zukunft aufstellen und welche der Maßnahmen letztlich den Smart Home Durchbruch am effektivsten vorantreiben.

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